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Nachhaltigkeit = Wirtschaftlichkeit

Bei der Nachhaltigkeit geht es nicht nur um den Umweltschutz, sie hat auch wirtschaftliche Vorteile.

In diesem Artikel möchten wir Ihnen kurz aufzeigen, dass Nachhaltigkeit echte Chancen bietet und Ihre langfristigen Kosten massiv gesenkt werden können. Wir erläutern warum Investitionen in die Nachhaltigkeit auch viel lukrativer sind, als in gewöhnliche Finanz- oder Vorsorgeprodukte. Daher stellen wir einfach mal einen verrückten Vergleich an und setzten nachhaltige Investitionen mit einem Rentenfond gleich. Es war echt spannend mal alle Einzelheiten zu recherchieren und dann hoch zu rechnen. Also schaut euch das Beispiel mal genau an und meldet Euch, wenn Ihr Fragen habt.

Investitionen in die Altersvorsorge, eine gute Sache!

Denkt mal über Eure Vorsorge nach. Nehmen wir mal an, dass Ihr in die gebundene Altersvorsorge 100‘000.- CHF im 25 Lebensjahr einzahlt und mit 65 Jahren in Rente geht. Mit einem Zinssatz von 1.25% der Einlage inkl. Zinseszins erwirtschaftet Ihr in den 40 Jahren 64’000.- CHF. Ist doch Super!

Hier noch für alle, welche das nachrechnen wollen, die Zinseszins Formel:

KK(p / 100)(hoch n)  ->  100’000 CHF x (1+1.25%) (hoch 40 Jahre) = 164’362 CHF

  •  = Endkapital
  •  = Anfangskapital
  •  = Zinssatz (in Prozent)
  •  = Laufzeit (meist Jahre)

Gleichzeitig erwirtschaften Banken und Versicherungen auch je etwa 1% aus der Einlage, da die Zinsen ja nur ein Gewinnanteil der Vorsorge-Partner ausmachen. Das führt zu einem Finanz-Wachstum von zusätzlichen 98’000.- CHF, man nennt das auch „Teuerung“.

Das Anlagekapital wächst auf Total 262’000.- CHF an und Ihr bekommt leider nur 164’000.- CHF davon. Dieses Kapital wird Euch bei Bezug im Rentenalter aktuell mit 6% besteuert, so dass noch 154’400.- CHF ausbezahlt werden. Über die 40 Jahre wurde das Geld auf schlappe 59 % des ursprünglichen Wertes entwertet, sprich die Kaufkraft sank. Mathematisch gesehen führt eine verzinste Altersvorsorge nach heutiger Gesetzgebung unweigerlich in die „Altersarmut“.

Wir wollen nicht Angst verbreiten jedoch aufzeigen, dass es auch Alternativen gibt. Was also soll ich machen?

Was können nachhaltige Investitionen?

Was kostet Nachhaltigkeit und wie sieht eigentlich die Kostenrechnung aus? Wir schauen mal genauer hin und versuchen die Kosten und Einsparungen aufzuzeigen.

Die Annahmen für die Berechnung:

Bezeichnung Einheit Werte
Energiebedarf Einfamilienhaus mit El.-Boiler kWh 8200
Steuersatz am Wohnort Prozent 23%
Wohnfläche Einfamilienhaus m2 140
Investition in Solar-Anlage kWp 22
Strom Hochtarif inkl. Abgaben kWh CHF 0.2466
Einspeisevergütung kWh CHF     0.07
Investition in Wärmepumpe CHF  28’000
Ölpreis pro 100l (aktuell) CHF/100l CHF        95
Investition E-Auto (evtl. Gebraucht) CHF  28’000
Fahrleistung Auto pro Jahr km 25’000
E-Auto Verbrauch pro 100 km kWh/100km 18.1
Zins auf Anlage (Altersvorsorge) Prozent 1.25%
Anlagezeitraum Jahre 40

Eine Solar-Anlage kann man doch nicht amortisieren!

Rechnen wir mal eine Solaranlage mit 22 kWp, diese kostet heute rund 31’240.- CHF abzüglich der aktuellen Swissgrid Förderung von 10‘200.- CHF und der Steuerersparnis der Investition von ca. 4’839.- CHF habt Ihr eine Investition von 16’201.- CHF zu machen.

Mit der Anlage produziert Ihr ca. 25’000 kWh Strom pro Jahr, das entspricht bei knapp 30% Eigennutzen und Abzug der Einspeise-Gebühren sowie Steuern, ein Ertrag von rund 2’232.- CHF pro Jahr. Die Berechnung wurde ohne Batteriespeicher gemacht. So kann der Eigenverbrauch enorm erhöht werden, was die Ergebnisse verbessert, jedoch auch die Anfangsinvestition erhöht.

Die Solar-Anlage ist nach rund 7,2 Jahren amortisiert wobei wir eine Lebensdauer von 35-40 Jahre anstreben bei etwas Pflege und Unterhalt. Somit habt Ihr eine Rendite in den 40 Jahren von 89’271.- CHF.

Nicht berücksichtigt sind die steigenden Energiepreise sowie Erhöhungen der CO2 Abgaben in den nächsten Jahren. Diese Fakten verbessern die Rendite massiv.

Berechnung  kWh/Jahr  Anteil CHF/kWh  Total
Ertrag Solar-Anlage   25’036 100%
Eigenverbrauch        6’985 27.9% CHF 0.247 CHF 1’723
Einspeisung ins Netz 18’051 72.1% CHF   0.07 CHF 1’264
Netznutzungstarif *   49.45 CHF  -3.34 CHF -165
Zählermiete Mehrkosten CHF    -96
Steuer auf Einspeisung 23% CHF  -181
Unterhalt Solar-Anlage 1% CHF  -312
Ertrag / Jahr CHF 2’232

*Netznutzungstarif definition Onyx:

„Die zuverlässige Lieferung von Elektrizität verlangt nach einem gut ausgebauten Stromnetz als Transportmittel. Unsere Netznutzungstarife beinhalten die Kosten für einen sicheren Netzbetrieb und einen qualitativen Netzausbau.
Der Netznutzungstarif setzt sich zusammen aus Arbeits- sowie Leistungspreis. Er umfasst auch die Energiemessung und Verrechnung, die Netzverluste und die Kosten der vorgelagerten Netzbetreiber.“

Alles etwas Kompliziert aber die EW’s müssen ja irgendwie gegen private Energieproduzenten vorgehen und uns die Rendite runter drücken, damit Sie Ihren Atomstrom noch verkaufen können!

Wärmepumpe einbauen, was bringt das?

Lohnt sich eine Wärmepumpe?

Eine Wärmepumpe kostet rund 28‘000.- CHF, wobei Ihr auch von der Steuerersparnis der Investition profitiert. Je nach Kanton gibt es auch Förderbeiträge beim Ersatz der alten Öl Heizung durch eine Wärmepumpe.

Nutz auch die Solarenergie, so spart Ihr im Vergleich zu Öl oder Gas weitere 1’686.- CHF an Heizkosten pro Jahr sowie Feuerungskontrollen und Kaminfeger. Auf 40 Jahre ergibt das eine Kostenreduktion von 67‘450.- CHF. Sicher bleibt der Unterhalt und der Ersatz nach 25-30 Jahren offen, aber diese Kosten fallen bei einer Öl- / Gas-Heizung auch an.

Durch die Investition in eine Wärmepumpe seid Ihr auch nicht mehr von den steigenden Öl- und Gaspreisen abhängig, und die Erhöhungen der CO2 Abgaben betreffen euch auch nicht länger.

Bezeichnung Menge Einheit Preis Total
Bestehende Öl Heizung 1’960 l CHF  0.95 CHF 1’862
Abgabe pro Tonne CO2 3.17 kg CHF     60 CHF    373
Kaminfeger 1 Anz. CHF   168 CHF    168
Feuerungskontrolle 0.5 Anz.  CHF   19 CHF      99
Tankreinigung Anteil 0.1 Anz. CHF 1’400 CHF    140
Energiebedarf 7’000 kWh CHF  0.10 CHF   -675
Unterhalt 1% CHF   -280
Einsparung / Jahr CHF 1’686

Lohnt sich ein Elektro-Auto?

Kann ich mit dem Elektroauto meine Fahr-Kosten senken?

Mit einem E-Auto benötigt Ihr rund 160-180 Wh/km was bei 25‘000 km pro Jahr 4‘525 kWh entspricht. Ladet Ihr mit Strom vom eigenen Dach sind das 397.- CHF, bei Netzstrom mit 24.7 Rp / kWh liegt der Betrag bei 1’118.- CHF pro Jahr.

Zudem sind die Unterhaltskosten viel geringer als bei einem Verbrenner, da die meisten Verschleissteile beim E-Auto fehlen. Bremsen werden kaum gebraucht, da die Bremsenergie grösstenteils in die Batterie geladen wird.

Auf 25‘000 km Fahrleistung spart Ihr 2’998.- CHF Benzin- und Unterhaltskosten im Jahr und in den 40 Jahren hochgerechnet rund 120’000.- CHF. Viele Shops und Restaurants bieten heute kostenloses Laden an, was die Energiekosten Unterwegs zusätzlich senkt. Bei Tesla habt Ihr auf bestehenden Fahrzeugen, welche vor 2018 eingelöst wurden, sogar lebenslang kostenloses Tanken an den Superchargern dabei und bei neuen Fahrzeugen 400 kWh pro Jahr.

Bei der Strassensteuer gibt es noch Vergünstigungen und viele Versicherungen bieten Elektroautos Prämienvorteile an.

Jetzt können euch auch steigende Benzinpreise und CO2 Abgaben egal sein, im Gegenteil, je höher diese ausfallen um so mehr spart Ihr.

Bezeichnung Menge km/Jahr Preis Total
Verbrauch Benziner l/km 0.072 25’000 CHF 1.50 CHF 2’700
Abgabe pro Tonne CO2 4.84 CHF   60 CHF   291
Service Benziner CHF   800
Verbrauch E-Auto kWh/km 0.181   25’000 CHF 0.09 CHF  -397
Service E-Auto CHF -196
Strassensteuer Ersparnis CHF -200
Einsparung / Jahr CHF 2’998

Wave Trophy 2018, E-Mobilität, Start der Wave Trophy, Nachhaltigkeit

Fazit: Nachhaltigkeit – Finanzanlage

Finanzanlage Nachhaltig
Einmal-Einlage  CHF 100’000
Solaranlage  CHF   31’240
Wärmepumpe  CHF   28’000
Elektroauto  CHF   28’000
Förderungen  CHF  -10’200
Steuerersparnis  CHF  -23’000  CHF  -11’279
Gesamt-Investition  CHF   77’000  CHF   65’761
Kontostand mit 65 Jahren  CHF 164’362  CHF 276’640
effektiver Jahres-Zins 5.3% 10.5%

Somit sind Investitionen in Nachhaltige Anlagen auch wirtschaftlich viel „nachhaltiger“! Umweltschutz ist so gesehen nur ein Nebenprodukt einer effektiven Vorsorgeplanung.

 

Abfalltrennung senkt die Kosten zusätzlich!

Ein wesentlicher Punkt bei der Nachhaltigkeit ist die Abfalltrennung. Die Abfallgebühren sind auf einen Haushalt gesehen stark vom Konsumverhalten abhängig. Doch auch hier lässt sich durch die Trennung viel einsparen. Trennt man PET, ALU, Karton Papier, Biomüll und Kunststoffe aus dem Haushaltsmüll, so sind nur noch geringe Mengen an Abfall zu entsorgen. Fast alle oben aufgeführten Stoffe lassen sich Gratis oder mit minimalen Kosten im Entsorgungscenter zurückbringen. So lassen sich die Stoffe auch wieder für neue Konsumprodukte verwerten, was uns langfristig eine Preisstabilität sichert. In Eigenstudien haben wir dies Mal untersucht und stellen fest, dass wir unsere Abfallkosten um rund 82% reduzieren konnten. Das entspricht jährlich rund 150.- CHF (Kanton Bern).

Wave Trophy 2018 an der KBS St. Gallen mit Louis Palmer und unserem Multilith Recyclingsystem, Nachhaltigkeit

Weiter sollten wir uns auch mal Gedanken machen, was wir wirklich brauchen. Wenn Ihr mehr für die Umwelt tun wollt, so schmeisst euren Trockner raus und hängt die Wäsche mal wieder an die Leine. Verbannt Geräte wie elektrische Dosenöffner und der Gleichen aus eurem Haushalt. Es geht nicht alleine um die Herkunft der Energie, wichtiger ist, wie viel davon man wirklich braucht.

Statt Junk-Food und fertig Produkte frische Nahrungsmittel aus der Region zu essen, hilft zusätzlich die Umwelt zu schonen und besser schmecken sie auch noch. Wenn Ihr die Möglichkeit habt, legt euch einen kleinen Garten an und pflanzt Euch Früchte, Beeren, Salate, Tomaten und andere Gemüsesorten an, so wisst Ihr wann Saison ist und Ihr bekommt ein Bewusstsein, was unser Körper je nach Jahreszeit auch wirklich braucht. Unsere Eltern und Grosseltern haben das auch gemacht und die waren nicht doof.

Mit dem Artikel wollen wir euch bewusst machen, dass es nicht immer darum geht den Planeten zu retten, sondern verantwortlich mit den Ressourcen umzugehen und dabei sein Portemonnaie zu schonen. Nachhaltigkeit bietet viele Chancen. Teilt doch bitte diesen Artikel mit euren Freunden auf den Sozialen Medien und vielleicht schaffen wir es, die Welt etwas besser zu machen.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Erfolg bei Ihrem persönlichen Engagement der Nachhaltigkeit.

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